Die Bohrer und Hammer des Campaignings

Wir alle haben sie. Verstaubt liegt sie in der Abstellkammer im Keller oder in der Garage, stets bereit uns mit Hammer oder Schraubenzieher zur Hand zu gehen: Die Werkzeugkiste. Laut Definition ist ein Werkzeug «ein Gerät oder Gegenstand, mit dem man eine Arbeit ausführt oder eine Arbeit erleichtert». Wer jedoch glaubt, Werkzeuge liegen nur in der Kiste, der irrt sich: Egal ob als Pinsel in der Kosmetiktasche, als Flaschenöffner an der Einweihungsparty oder als Parksensor am Auto - Werkzeuge erleichtern nicht nur die Arbeiten im Haus sondern auch andere, alltägliche Dinge wie eben etwa das rückwärts einparken. Nicht anders verhalten sich Werkzeuge in der Welt des Campaignings. Auch hier vereinfachen sie Abläufe und machen Prozesse effizienter.


Photo by Barn Images on Unsplash


Die unbegrenzten Möglichkeiten der Campaigning-Toolbox

Laut Peter Metzinger, Inhaber der business campaigning GmbH und Campaigning-Pionier, ist Campaigning «die Kunst, Menschen dazu zu bewegen, ihr Verhalten, Denken oder ihre Einstellungen zu ändern». Die Werkzeuge des Campaignings sollen uns also dabei helfen, unsere Ressourcen effizienter einzuteilen und so noch besser auf das Verhalten unserer Zielgruppe Einfluss zu nehmen.


Die sogenannte Campaigning-Toolbox ist vielfältig und bietet unzählige Chancen und Möglichkeiten. Im Zeitalter der Digitalisierung, die auch vor der Kampagnen-Arbeit keinen Halt macht, werden die Campaigning Werkzeuge immer innovativer und produktiver - dank den kleinen Helfern lässt sich heute in weniger Zeit mehr Output generieren. Mit Hilfe der neusten Technologien, wie etwa der künstlichen Intelligenz, kann man neben genauen Persönlichkeitsprofilen beispielsweise auch computergesteuerte Gespräche programmieren. Solche Werkzeuge erlauben es einem, Inhalte noch besser auf die entsprechende Zielgruppe zuzuschneiden und diese innert kürzester Zeit über die passenden Kommunikationskanäle zu verbreiten.


Mit dem richtigen Werkzeug ans Ziel

Die verschiedenen Kommunikationskanäle wie etwa der Newsletter, Twitter oder Facebook gehören also zur Grundausstattung jeder Campaigning-Toolbox. Die Wahl des Kanals soll aber gut überlegt sein. Dabei gilt es herauszufinden, mittels welcher Kanäle die eigene Zielgruppe am effektivsten angesprochen werden kann. Man muss also versuchen, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen und zu ermitteln, welche Kanäle diese nutzt und welche Art der Kommunikation sie anspricht. Eine ausgewogene Kombination der verschiedenen Kanäle ist dabei am sinnvollsten – denn Quantität ist nicht gezwungenermaßen auch Qualität.


Einer der neusten Kommunikationskanäle ist der sogenannte Chatbot. Immer mehr Firmen setzen auf den digitalen Kundenberater des 21. Jahrhunderts. Egal ob bei Flugreservationen oder beim Online-Shopping, der Chatbot wird auch von Schweizer Firmen immer öfters gebraucht. Anders als der persönliche Kundenberater, ist der Chatbot nicht etwa an einen Achtstundentag gebunden. Die Software ist rund um die Uhr für die Nutzer da, steht orts- und zeitungebunden immer Rede und Antwort. Dabei arbeitet er mit dem «Wenn-Dann-Prinzip», bei dem eine Frage mittels Schlüsselworte und -phrasen analysiert und die zugehörige Antwort geliefert wird. Als wichtiges Hilfsmittel in der Alltagskommunikation kann ein Chatbot beispielsweise FAQs (Frequently Asked Questions) problemlos beantworten. So können menschliche Dialoge ganz einfach simuliert werden, ohne dass man dafür einen Mitarbeiter einsetzen müsste. Dank dieser „Dialogautomatik“ können komplexe Inhalte auf verständliche Art und Weise wiedergegeben und so einen noch einfacheren Zugang zu Informationen erlaubt werden.


Möglich ist das dank der künstlichen Intelligenz. Mithilfe der «KI» werden nicht nur Chatbots zu selbstdenkenden Maschinen: Applikationen wie «Siri», «Google Home» oder «Netflix» erkennen unsere Bedürfnisse und assistieren uns in unserer alltäglichen Entscheidungsfindung. In der Kampagnenarbeit wird «KI» unter anderem für die Zielgruppenanalyse verwendet. Mittels online verfügbaren Daten kann die «KI» unter anderem Persönlichkeitsprofile erstellen. Indem die Software Informationen über einen möglichen Gesprächspartner sammelt, erkennt sie, welche Werte unserem Gegenüber wichtig sind, auf welche Argumente er am besten reagiert oder welche Stichworte man besser vermeiden sollte. So kann man sich beispielsweise perfekt auf ein anstehendes Meeting vorbereiten oder die Massnahmen noch besser auf die betreffende Zielgruppe zuschneiden. Um von diesen Vorteilen zu profitieren, ist business campaigning GmbH eine strategische Partnerschaft mit Liquid Newsroom eingegangen. Dieser unterstützte business campaigningbeispielsweise bei der AHV2020-Kampagne. Dank der frühzeitigen Prognose, dass die Initiative mit grosser Wahrscheinlichkeit abgelehnt würde, konnte die Kommunikationsstrategie frühzeitig angepasst werden.


Trotz der vielseitigen Möglichkeiten, die uns internetbasierte Campaigning-Tools bieten, gehört der menschliche Kontakt noch immer zu den wichtigsten Werkzeugen jeder Kampagne. In den sogenannten Target Community Labs™ entwickelt die Zielgruppe eine eigene Kampagnenstrategie und übernimmt so die Arbeit einer teuren Marktanalyse. Die direkt betroffene Zielgruppe unterstützt unsere Partner also darin, ein Kommunikationskonzept für ihr Produkt, ihre Dienstleistung oder ihre Idee zu entwickeln, das sie auch wirklich erreicht. So werden die Vertreter der entsprechenden Zielgruppe direkt in die Kampagne eingebunden und können am Prozess der Kampagnenentwicklung teilhaben.


Zum Schluss gilt es eines festzuhalten: Nur mit dem richtigen Kopf eines Schraubenziehers lässt sich die festsitzende Schraube lösen. Nicht anders ist es mit der Campaigning-Toolbox: Nur das richtige Tool führt bei einer Kampagne zum erwünschten Ziel und bei der Zielgruppen zur erhofften Verhaltensänderung.

0 Ansichten

© 2019 – Campaigning Summit Switzerland